Sie sind nicht angemeldet.

  • »Arnost Susly ml.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 367

Wohnort: Greenoble, Rodanien

Beruf: Professor UdN

  • Nachricht senden

1

Dienstag, 1. November 2005, 11:14

[Seminar] Politische Sprache in den Micronationen

Ich schließe schon mal den Raum auf und hoffe euch bald willkommen zu heißen.
Rektor der Universität des Nordens, PFKanien

  • »Arnost Susly ml.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 367

Wohnort: Greenoble, Rodanien

Beruf: Professor UdN

  • Nachricht senden

2

Sonntag, 13. November 2005, 13:50

Liebe Kommilitoninnen, liebe Kommilitonen.

Dieses Seminar hat politische Sprache zum Inhalt. Ich werde keinen großen Einführungsvortrag halten, sondern mit euch offen diskutieren. Insofern ist dieses Seminar wie immer nicht nur für Studenten und Lehrende interessant, sondern alle, die die Micronationen weiterbringen möchten, die politische Kultur anheben...

Was ist politische Sprache eurer Meinung nach?
Sind das Reden? Streitgespräche? Gehören Rechtstexte dazu, Verfassungen?

Und in wie weit ist die Sprache in den Micronationen eine andere als im RL? Wenn ja...

..hängt das vielleicht auch mit unseren anderen Medien zusammen, die wir zur politischen Diskussion nutzen müssen?

Zum Leistungsschein reicht die aktive Mitarbeit und eine kleine schriftliche Arbeit zu einem frei zum Thema gehörenden Thema, der Inhalt ist dabei wichtiger als der Umfang.
Rektor der Universität des Nordens, PFKanien

  • »Arnost Susly ml.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 367

Wohnort: Greenoble, Rodanien

Beruf: Professor UdN

  • Nachricht senden

3

Sonntag, 5. Februar 2006, 20:15

Einführungsvortrag 1

Politische Sprache in den Micronationen

Wie reden Politiker in den Micronationen? Reden sie anders als im RL? Haben sie eine Geheimsprache? Oder reden sie mehr Klartext als im RL? Beschränkt sich die politische Sprache der MNs auf die gleichen Textsorten wie im RL oder aber gibt es andere Kommunikationsformen?

Politische Sprache in den Micronationen ist sicher vom RL beeinflusst, aber ich denke, in den rund 5 Jahren, in denen die ältesten MNs existieren, haben sich eigene Mechanismen herausgebildet.

Politische Diskussionen finden einesteils offen, andererseits ähnlich verschwiegen wie im RL statt. Offen, wenn man die Plattformen der Politiker anschaut, also in Foren, in öffentlichen Chats usw. Verschwiegen, wenn man die Kommunikationsweisen per ICQ oder PN ansieht, die sich unseren Betrachtungen wohl leider sehr weit entziehen werden.

Was ist politisch an der Sprache der MNs? Wird ähnlich argumentiert? Werden eher Beleidigungen verteilt, weil man nur im VL ist? Oder aber entwickelt sich eine Art Funktionalsprache, die langsam aber sicher kaum mehr verständlich ist?

Ich bitte die Seminarteilnehmer um Beispiele aus ihren Ländern, die sie für politische Sprache halten.

Vielen Dank.
Rektor der Universität des Nordens, PFKanien

  • »Arnost Susly ml.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 367

Wohnort: Greenoble, Rodanien

Beruf: Professor UdN

  • Nachricht senden

4

Montag, 20. Februar 2006, 15:14

Bitte bringen sie zum nächstmöglichen Termin eine für ihr Land beispielhafte oder bekannte, herausragende Rede mit.
Sie können über diese Rede gerne eine Hausarbeit schreiben, für die ich dann auch einen Leistungsschein erteile.
Rektor der Universität des Nordens, PFKanien

Eugenius Messew

Bundespräsident

Beiträge: 1 206

Wohnort: Nauweiler am Nauweiher

  • Nachricht senden

5

Dienstag, 21. Februar 2006, 11:31

*zufällig am Seminarraum vorbeischlendert*

Bei meinen Quellenstudien zur zweiten Moncaokrise ist mir ein stenographischer Bericht der Bundeskammersitzung vom 10.12.2002 in die Hände gefallen. Hier übt Bundeskanzler von Stratenburg, auch der Eiserne Kanzler genannt, Kritik am Vorgehen der Oppositionspartei während des außenpolitischen Konfliktes mit Moncao.

Zur besseren Verständlichkeit habe ich den vorhergegangenen Redebeitrag des Abgeordneten McCash, auf den Bezug genommen wird, ebenfalls abgedruckt.

Zitat


Joe McCash (Cash-Partei):

Ich finde wir sollten:

1. Den erfolgsversprechenden Kurs unseres Aussenministers mit der Regierung von Moncao fortsetzen.

2. Die Querälen zwischen König Jussi und Herrn Kanzler beenden.

3. Versuchen den Freundschaftsvertrag mit den Änderungen von Moncao beizubehalten. Wenn sie unbedingt Leute ausperren können müssen, dann sollen sie das halt haben. Umgekehrt können wir das dann ja auch. :-)

4. Jegliche Kleinkrämerei in Aussagen von dem und dem da und da nicht dem offiziellen Dialog vorziehen und nicht überbewerten.

Hyronimus von Stratenburg (Blaulicht-Partei):

Ihre "Aussagen von dem und dem da und da" sind immerhin die abgedruckten Anworten eines Regierungschefs im Rahmen eines offiziellen Interviews.
Also reden Sie die Dinge nicht schön in Ihrer Doppelmoral und Inkonsequenz.

Dem Kanzler fahren Sie an den Karren, zebrechen mutwillig eine bislang gut funktionierende Regierungskoalition, versuchen selbst im Blauen Lager Zwietracht zu stiften, weil, wie berichtet und auch offiziell erklärt, Gesprächsinhalte aus einer privaten, anwaltlichen Beratungssituation heraus unerlaubt verdreht und veröffentlicht werden - hier im kritisierten Interview wird klipp und klar gesagt, die gesamte Regierung der Monchaoten stelle sich hinter eine Entscheidung, die als illegal verurteilt worden ist.

Und was tun Sie jetzt? Sie sagen "Halb so schlimm - das juckt mich nicht".

Wenn es noch eines Beweises Ihrer Scheinheiligkeit und Doppelmoral bedurft hätte: mit dem zuvor Gesagten ist er geführt.

Was Ihre falsch beschriebenen Querelen anbelangt, so darf ich dem Herrn von der Opposition mitteilen, dass er einfach nur schlecht informiert ist, sonst würde er nicht immer wieder versuchen, mit diesem Thema zu punkten.

Was Ihren Denkansatz betrifft, wir könnten auch nur daran denken, umgekehrt so zu verfahren wie die ehemalige monchaotische Regierung, da kann ich der Opposition nur zurufen:

SCHÄMEN SIE SICH, SO ETWAS IN DIESEM LAND ÜBERHAUPT ZU SAGEN.

Wir haben nicht dass Vieweger-Regime gestürzt, um jetzt durch die Hintertür, und dann noch auf Vorschlag einer politisch kaltschnäuzigen Oppositionsriege, Maulkörbe und Freiheitsbeschränkungen einzuführen.
Dies ist ein freies Land, und das soll es bleiben.

Ich kann nur sagen: Freggel sei Dank, dass Sie bei solchen Gedankengedängen auf die Oppositionsbank gewechselt sind.

Schämen Sie sich - Herr McCash, Herr Keller.

  • »Arnost Susly ml.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 367

Wohnort: Greenoble, Rodanien

Beruf: Professor UdN

  • Nachricht senden

6

Mittwoch, 22. Februar 2006, 12:22

Interessant ist ja, dass die Redebeiträge recht kurz sind. Das könnte man schon mal als Unterschied zu vielen RL-politischen Reden sehen. Kommt das nur durch unseren Ort (Internet) oder ist das auch inhaltlich bedingt, also, dass wir allgemein nicht so große Probleme haben?
Rektor der Universität des Nordens, PFKanien

Eugenius Messew

Bundespräsident

Beiträge: 1 206

Wohnort: Nauweiler am Nauweiher

  • Nachricht senden

7

Mittwoch, 22. Februar 2006, 13:52

Ich denke, es gibt zwei Faktoren, die Auswirkung auf die Länge der Texte haben:

1. Mediale Beschränkung: Das Internet und die damit verbundenen Eingabegeräte (Tastatur) verhindern das Ausufern der Beiträge. Nicht jeder hat die Fähigkeit, in kürzester Zeit lange Texte einzugeben. Das erzeugt möglicherweise den Zwang, sich möglichst kurz und präzise zu halten.

2. Simulatorische Beschränkung: Die Zeit, sich innerhalb der Simulation mit einem bestimmten Thema zu beschäftigen, ist begrenzt. Zugleich hat das auch Auswirkungen auf die Ausdifferenzierung bestimmter Sachverhalte.

  • »Arnost Susly ml.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 367

Wohnort: Greenoble, Rodanien

Beruf: Professor UdN

  • Nachricht senden

8

Mittwoch, 22. Februar 2006, 14:02

Liegt es nicht aber auch an den Mitspielern und ihrer RL-Reife/ ihrem RL-Alter? Ist nicht in Staaten mit älteren Mitspielern zu erwarten, dass längere Beiträge, tiefgründigere Diskussionen stattfinden? Ich denke, hier könnte man interessante Forschungsfragen aufstellen, die auch RL-interessant sein könnten. Oder sehe ich das falsch?
Rektor der Universität des Nordens, PFKanien

9

Mittwoch, 22. Februar 2006, 15:58

Es geht meines Erachtens in VL politischen Debatten direkter zu. Direkter an der Sache, bzw. an den Argumenten des Gegenüber. Das kann aber auch zu einer direkteren Art in persönlicher Auseinandersetzung führen, wie sich öfters zeigt.

Man geht nach meiner Erfahrung oft konkret und zeitnah auf Argumente des Gegenübers ein, mal eher sachlich, oft polemisch und öfters auch nur unsachlich.

Ein Grund dafür könnte sein, dass bei VL Diskussionen praktisch alle VL-Bewohner des gesamten Staates mitlesen und sich bei Bedarf aktiv beteiligen können. Somit muss der VL-Politiker sich weniger an ein Publikum draußen außerhalb der aktiven Politik - via Medien und öffentlichen Auftritten - richten. Denn in VL-politischen Debatten sind auch immer alle interessierten Bürger direkt dabei, als Leser oder Teilnehmer. Diese interessierten Bürger stellen in VL-Nationen meist den Großteil der Bevölkerung dar, und damit auch der Wählerschaft.

Im RL hingegen unterscheiden Politiker oft zwischen konkreteren und tiefergehenden Sachdebatten innerhalb des (näher interessierten/speziell gebildeten) Zirkels und einer verinfachten, oft auch bewusst verfälschten Darstellung an die mäßig oder wenig interessierten Wählerinnen und Wähler.
Damjan Devilovic, Student

  • »Arnost Susly ml.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 367

Wohnort: Greenoble, Rodanien

Beruf: Professor UdN

  • Nachricht senden

10

Mittwoch, 15. März 2006, 18:03

Sind Debatten eigentlich meinungsbildend? Also: debattiert man in den Parlamenten wirklich? Sucht man Konsens?

Und eine andere Frage: wie werden eigentlich politische Debatten in den micronationalen Medien dargestellt? Gibt es Parlamentsfernsehen? Oder werden Reden veröffentlicht? Usw.
Rektor der Universität des Nordens, PFKanien

Inga van Mauritz

Bundeskanzlerin

Beiträge: 2 397

Wohnort: Bad Zwieblingen (Rodanien)

Beruf: Journalistin, Unternehmerin, Rechtsanwältin

  • Nachricht senden

11

Donnerstag, 27. April 2006, 12:16

Zitat

Original von Arnost Susly ml.
Und eine andere Frage: wie werden eigentlich politische Debatten in den micronationalen Medien dargestellt?


*dem Herrn Susly einen Zettel auf den Tisch legt*

Eine, am Puls der pfkanischen Tagespolitik schreibende, Zeitung ist die Blaue Zeit .

Mit kollegialem Gruß,
van Mauritz
Liebe Grüße,

- Bundeskanzlerin und Rodanische Blaurätin -

  • »Arnost Susly ml.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 367

Wohnort: Greenoble, Rodanien

Beruf: Professor UdN

  • Nachricht senden

12

Samstag, 15. Juli 2006, 13:31

In der Tat ist die Blaue Zeit eine sehr gute politische Zeitung, zumindest für PFKanien. Ihr Auslandsteil jedoch ist sehr klein, was jetzt mal keine Kritik sein soll.

Ich wünschte mir, jedes Land könnte eine solche Zeitung haben... Unsere Al-Mash-Al ist ja verloren... Und vom Adrinater Boten möchte ich gar nicht erst sprechen.
Rektor der Universität des Nordens, PFKanien

  • »Arnost Susly ml.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 367

Wohnort: Greenoble, Rodanien

Beruf: Professor UdN

  • Nachricht senden

13

Mittwoch, 19. September 2007, 14:54

Gibt es Interesse an einem Fortsetzungsseminar?
Rektor der Universität des Nordens, PFKanien

14

Mittwoch, 19. September 2007, 21:25

Auf jeden Fall. In Ostania, meiner Heimat ist gerade die ostanische Sprache wieder aktuell, genauso wie der chinopischen Sprache in unserer Heimat wieder mehr historische Beachtung geschenkt wird. Da lohntes sich doch wirklich.

  • »Arnost Susly ml.« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 367

Wohnort: Greenoble, Rodanien

Beruf: Professor UdN

  • Nachricht senden

15

Donnerstag, 20. September 2007, 18:00

so: Wie weit werdet ihr eigentlich eure ostanische Sprache in die Simulation einfließen lassen? In Kaysteran ist man bis auf ein paar Worte sehr skeptisch. so:
Rektor der Universität des Nordens, PFKanien

16

Donnerstag, 20. September 2007, 21:54

*so* Naja ich werde das in der Provinz ein bisschen ausgestalten, habe ich zumindest gemacht. Der Unicode lässt sich ja prima im Forum integrieren und so übersetze ich die Wörter einfach durch kyrilische Buchstaben. *so*